Erstaunliches

Im Gespräch mit Kunden bekommt man hin und wieder erstaunliche und ermutigende Erlebnisse erzählt.
Einige davon möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

Klavier rettet Menschenleben

Beim Stimmen eines Klavieres erzählte mir die Kundin diese Geschichte:

Ulm im 2. Weltkrieg. Die Stadt brannte im Bombenangriff. Im mehrstöckigen Mietshaus waren fast alle im Keller, auch die Schwiegermutter der Kundin mit ihren 3 Kindern. Währenddessen stürzte das Haus ein und das Klavier landete drei Stockwerke tiefer.
Unter dem Klavier wurde ein Mann gefunden, verletzt aber lebend!
Der stabile Korpus des Klavieres hatte ihn vor den herabfallenden Trümmern geschützt.

Schon einiges mitgemacht

Als ich untenstehendes Klavier sah, sagte ich etwas vorwurfsvoll: Das Klavier hat ja schon einiges mitgemacht!
beschädigtes Klavier 2  beschädigtes Klavier 1
„Allerdings" meinte die Besitzerin und erzählte dass die Familie im 2. Weltkrieg aus Stuttgart evakuiert wurde.
Dieses Klavier wurde gerade auf einen Wagen geladen, als es Fliegeralarm gab. Alle eilten in den Keller und das Klavier stand einsam im Freien im Bombenhagel.
Da bekommt man doch Hochachtung vor so einem Klavier ...

Wie oft muss ein Cembalo gestimmt werden?

Wie oft muss ein Cembalo gestimmt werden? Fragte mich ein Cembalospieler. Auf meine Antwort, dass man es eigentlich jeden Tag stimmen müsste, meinte er:

„Falsch! Nach jedem Anschlag!"

Einer darf eben nicht aufgeben

Die Ehe dieses Cembalisten wurde damals geschieden. Mehrere Jahre später traf ich beide wieder zusammen an – sie hatten wieder geheiratet!
Als ich seine Frau fragte, wie so etwas möglich sei, meinte sie nur:
„Einer darf eben nicht aufgeben!"



Weil man viele Geschichten ohne ein solches Happy End hört, hier gleich noch eine:

Unsere Ehe war nicht immer so

Er kümmerte sich so rührend um seine Frau, die im Krankenhaus lag (Bekannte von uns, deren Klavier ich auch stimme), dass ich zu ihm sagte wie schön ich das finde, wenn Ehepartner so zusammenhalten.

„Unsere Ehe war nicht immer so." meinte seine Frau darauf. Dann erzählte sie dass ihre Ehe vor vielen Jahren schon vor der Scheidung stand. Ohne viel Hoffnung versuchten sie es noch mit einer Beratung.
Der Berater erklärte ihnen, die einzige Möglichkeit sei, dass sie eine neue Beziehung beginnen.
Bei Null.
Ohne Erwartungen an den anderen.
Weil der andere diese ohnehin meist nicht erfüllen kann.

„Das war hart" meinte die Frau, und lächelte ihren Mann an „aber es ging."


"Eigentlich bin ich Jurist...

Vielleicht hatte ich ein erstauntes Gesicht gemacht als ein Kunde seinen Beruf nannte während ich sein Klavier stimmte, denn es gibt wenige Männer, die sich als Erzieher im Kindergarten einbringen.
"Eigentlich bin ich Jurist" erzählte er dann. Irgendwann wurde ihm dabei klar dass er sein Leben in anderes investieren will, als in Streitangelegenheiten.
Jetzt investiert er seine Lebenszeit in Kinder

"weil die wirklich wichtigen Dinge schon beim Kleinkind angelegt werden".

Ob er dabei weniger Geld verdient? Sicher.
Na und?

 

Ein Deal mit Gott

Als junge Mutter Anfang zwanzig ist mit dem Baby erstmal das Glück perfekt. Als dann nach einer Sechsfachimpfung eine schwere Neurodermitis begann, wurde es schon getrübt. Am ganzen Körper nass eiternde Haut, ausser am Popo. So, dass man mehrmals am Tag die Unterwäsche tropfnass auswinden konnte... Auch der Arzt konnte ausser lindernden Medikamenten leider nicht viel tun, meinte aber noch dazu, dass dieses Baby mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Multiallergiker werden würde. "Ihren Hund können Sie auch gleich verkaufen" meinte er.
Die junge Mutter traute sich kaum auf die Straße mit Ihrem Baby. Da fiel ihr ein, dass ihre Großmutter gesagt hatte, dass man manchmal einen Deal mit Gott machen muss.
Also sagte sie:

"Gott, wenn die Neurodermitis weg geht, lasse ich unser Baby taufen"


Drei Monate später waren sämtliche Symptome der Neurodermitis verschwunden.
Nun war die Frau aber enttäuscht aus Ihrer Kirche ausgetreten, also ging sie zu einem Pfarrer einer anderen Konfession und erzählte diesem die Geschichte. Worauf dieser "etwas komisch guckte und sagte, dass man dann ja wohl das Kind taufen müsste."

Als ich bei dieser Familie das Klavier stimmte, bekam ich die Taufkerze zu sehen
und das Baby war ein Teenager geworden ohne Neurodermitis - und ohne irgendeine Allergie.
Schon seltsam, oder? 


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